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05.04.2016

Bereits seit 2010 setzt der Landkreis Gießen auf die Zusammenarbeit mit der AG B-F-T. Bei der Truppführerausbildung konnte die AG B-F-T unterstützend tätig sein indem größere Übungsgebäude zur Verfügung gestellt wurden. Seit 2013 wird nun auch der neue Praxisteil der Atemschutzgeräteträgerausbildung von den Ausbilder der AG B-F-T im Trainingszentrum Mittelhessen (TZM) durchgeführt.

 

Brandschutzunterweisung

Obwohl in berufsgenossenschaftlichen Anweisungen, der Arbeitsstättenrichtlinie und z.T. sogar in der Bauordnung verankert, hält sich das Engagement von unternehmensverantwortlichen Personen und sogar von Amtsleitern im Allgemeinen noch sehr zurück, was regelmäßige Brandschutzunterweisungen und Praxistrainings angeht. In den letzten Jahren verfolgte der Gesetzgeber tatsächlich eine Politik der Deregulierung. Die Folge ist u.a., dass Deutschland in Sachen Brandschutzunterweisung und Prävention im Vergleich zu einigen europäischen Nachbar noch Entwicklungsland ist. Aber in dem Maße, wie sich der Gesetzgeber aus der Aufsicht zurückgenommen hat, wurde die Last der Verantwortung auf die Schulter der Unternehmer verschoben und kaum einer hat es gemerkt. Eine geringere Kontrolle bedeutet nämlich nicht, dass man im Schadenfall auch weniger haftet. Ganz im Gegenteil!

Schon der gesunde Selbsterhaltungstrieb sollte jedem Verantwortlichen klar machen, dass es nicht damit getan ist, im Ereignisfall einfach davonzulaufen und die Feuerwehr zu rufen. Von der Alarmierung bis zur Einleitung einer wirksamen Hilfe durch die Feuerwehr vergehen mindestens 12-15 Minuten - in 95% der Brandfälle. Und was ein Feuer in 15 Minuten anrichten kann, hören Sie fast täglich in Ihrem Radio schon zum Frühstück. Sich hinterher darüber zu ärgern, warum niemand einen Feuerlöscher benutzt hat oder man diesen nicht aktivieren konnte, ist nutzlos. Es bleibt zu wünschen, dass niemand einen körperlichen Schaden erleidet und dass das Unternehmen irgendwie weitergeführt werden kann. Präventives Denken und Handeln ist das Gebot der Stunde! 

 

 

 

Juristischer Kommentar
Der Betrieb eines Unternehmens und der Besitz von Gebäuden führt über § 3 MBO (Musterbauordnung) für den Unternehmer als Betreiber zur Gewährleistung sogenannter Verkehrssicherungspflichten. Hierbei handelt es sich um Rechtspflichten, die im Falle einer Gefährdung für Leben und Gesundheit ein präventives Handeln des Unternehmers/Betreibers erfordern. Unterbleibt diese Vorsorge gegen Gefährdungen und deren Auswirkungen, so liegt ein Organisationsverschulden vor, welches die Ansprüche gegenüber dem Versicherer einschränken oder sogar aufheben kann.  

ADR Teil 8.2.2.4.5 Brandschutzausbildung Gefahrgutfahrer   BGI 560 Abschn. 12.9.6 BG-Informationen vorbeugender Brandschutz   BGV A 1 §§ 4, 22 A
Allgemeine Vorschriften der Berufsgenossenschaft
Arbeitsschutzgesetz §§ 10, 12   BGR 133  / BG-Regel
Sicherheitsregeln für die Ausrüstung von Arbeitsstätten mit Feuerlöschern
Arbeitsstättenrichtlinie 13/1,2
Betriebssicherheitsverordnung  BGBI Nr. 70 / Abschn. 2 / Abs.9